Hochwassergebiete Bayern

Bayern hat neue Ideen im Kampf gegen das Hochwasser

Die Bayern haben jährlich mit Hochwasser zu kämpfen. Meist trifft es die Stadt Passau besonders heftig. Durch Passau fließen gleich drei Flüsse, der Inn, die Donau und die Ilz. Wenn bei allen drei Flüssen bedingt durch starke und anhaltende Regenfälle oder der Schneeschmelze das Wasser ansteigt, dann steht Passau unter Wasser. Nicht nur in Passau, auch im Allgäu, im Gebiet das der Main durchfließt und im Alpenvorland kommt es immer wieder zu Hochwasser und den damit verbundenen Katastrophen.

Die schlimmsten Hochwasserkatastrophen, die sich in Bayern abspielten, waren zu Pfingsten 1999 und im August der Jahre 2002 und 2005. Bei diesen Überschwemmungen entstanden Schäden allein im Allgäu von über 100 Millionen Euro. Die Iller, die durch das Allgäu fließt, ist eigentlich ein ruhiger Fluss. Doch bei Hochwasser wird die Iller zu einem reißenden Strom und breitet sich seitlich aus. Dabei unterspült sie Straßen und Bahngleise, überflutet Häuser und schneidet ganze Gemeinden und Dörfer von der Außenwelt ab.

An manchen Katastrophen trägt der Mensch eine Mitschuld
Starker und anhaltender Regen sowie die Schneeschmelze wurden bereits in den Bergen durch die Bäume und deren Wurzelwerk größtenteils aufgehalten. Dort, wo die Bäume gestanden haben, sind heute Skilifte. Damit fehlen die “Bremsen”, die viel Wasser aufnehmen. Der Boden hält den Wassermassen nicht Stand und so fließt nicht nur viel Wasser in die Bäche und Flüsse, sondern gleichzeitig auch Schlamm und Erde.

Ein weiterer Faktor für die vermehrten Überschwemmungen, die seit einigen Jahren zu verzeichnen sind, ist der, dass fast alle Flüsse begradigt wurden und mittels Deiche und Dämme in ein von Menschen gemachtes Flussbett gezwängt wurden. Damit ist es den Flüssen nicht mehr möglich, den Druck, den das Hochwasser verursacht, abzubauen und die großen Wassermassen in die Auen zu bringen, die sich im Normalfall neben dem Fluss ausbreiten.

Der Mensch sollte mit der Natur leben
Die Urvölker haben es den heutigen Menschen eigentlich vorgemacht, doch gelernt hat der Mensch nichts. Immer noch wird Raubbau mit der Natur getrieben. Bäume werden gefällt, weil ein Skilift Geld einbringt oder eine Alm entstehen musste, damit Rinder und Schafe weiden können und Flüsse werden in einen Flusslauf gezwungen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Natur “zurückschlägt”. In Bayern hat man damit begonnen, eine künstliche Flussaue zu errichten und zwar in Form eines Hochwasser-Rückhaltebeckens. Auch wurden bei der Iller manche Begradigungen entfernt, sodass der Fluss wieder mehr Platz hat und diesen Platz nutzen kann, wenn der Fluss zu viel Wasser führt. Dadurch verringert sich die Geschwindigkeit, mit der der Fluss fließt.